Mit einem umfassenden Ausbauplan entwickelt und vernetzt Wiesbaden innerstädtische Grünräume. Den Anfang macht der Kulturpark am alten Schlachthof.

Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden gilt als grüne Stadt. Hier findet man großzügig angelegte Alleen mit altem Baumbestand, prächtige Vorgärten, den repräsentativen Kurpark sowie die bewaldeten Hänge des Taunus und das Grün am Rhein. Und dennoch ist nicht alles im grünen Bereich. Die Alleen sind vom Autoverkehr in Beschlag genommen; Fußgänger und Radfahrer stoßen hier auf viele Hindernisse. Darüber hinaus fehlt es in den innerstädtischen, stark verdichteten Quartieren an begrünten Flächen.

Angesichts dieser Situation hat sich die Stadt vorgenommen, das vorhandene Stadtgrün aufzuwerten und die grüne Infrastruktur weiter auszubauen. Flächenmäßige Schwerpunkte der grünen Umgestaltung sind daher die dicht bebauten Innenstadtbereiche sowie die Verbindungsachsen zu den Stadträndern, auf denen grüne Rad- und Fußwege geschaffen werden. Gefördert wird der gesamtstädtische Ausbau des Stadtgrüns durch das Förderprogramm „Wachstum und Nachhaltige Erneuerung“ (zuvor mit dem Programm „Zukunft Stadtgrün“).

Als eine der ersten Maßnahmen wurde die Gestaltung des neuen Kultur- und Freizeitparks auf dem Gelände eines ehemaligen Schlachthofs in Angriff genommen. Auf den in Bahnhofsnähe gelegenen Flächen entsteht neuer Raum für Sportmöglichkeiten und Veranstaltungen, aber auch für „ruhigere“ Nutzungen wie z.B. Urban Gardening.

v. l. n. r.: Quelle: Stadt Wiesbaden, 2019/© SEG Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden mbH/© SEG Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden mbH

Für das Programm wurde im Herbst 2019 ein integriertes Handlungskonzept (ISEK) erarbeitet, das die übergeordneten Ziele sowie die einzelnen Schritte zur Zielerreichung festlegt. Die wichtigsten Ziele: Vorhandenes Stadtgrün stärken und zur grünen Infrastruktur verbinden sowie neue Grünflächen schaffen. Man definierte drei Leitbilder für das Wiesbadener Stadtgrün, die jeweils mit einem Maßnahmenkatalog unterfüttert und in den Maßnahmen priorisiert wurden:

  • Grün-blaue Bänder / Bäche ans Licht
  • Alleen als Identitätsorte
  • Mikro-Oasen / Grün selber machen

Hintergrund

  • Insgesamt sollen mit dem Ausbau des Stadtgrüns die positiven Effekte für das Stadtklima verstärkt sowie durch die Verbesserung der Grünversorgung im innerstädtischen Bereich für mehr Umweltgerechtigkeit gesorgt werden.
  • Der umfangreiche Maßnahmenkatalog wird in den nächsten Jahren sukzessive umgesetzt.
  • Unter das Leitbild „Grün-blaue Bänder“ fällt die Freilegung von mehreren Bach-Abschnitten und die damit verbundene Gestaltung des Umfelds. Das revitalisiert die bereits bestehende grüne Infrastruktur, die aktuell nicht wahrgenommen wird, und macht den öffentlichen Raum attraktiver. Mit Blick auf das Stadtklima sorgt die Verdunstung des Wassers in den Bachläufen für mehr Abkühlung in Hitzeperioden.
  • Langfristig plant die Stadt, die Alleen durchgängig und hindernisfrei zu gestalten und grüne Rad- und Fußwege zu schaffen und miteinander zu verbinden. Historische Alleen sollen unter dem Leitbild „Alleen als Identitätsorte“ zu identitätsbildenden Freiraumachsen umgestaltet werden.
  • Das Leitbild „Mikro-Oasen“ fasst zahlreiche Einzelmaßnahmen zusammen, die das Stadtgrün verbessern sollen. Dazu zählen kleinteilige und kleinräumige Maßnahmen wie z.B. die Aktivierung privater Flächen, wie Höfe, Vorgärten, Fassaden und Dächer. Bürger*innen sollen so unter dem Motto „Grün selber machen“ zur Mitwirkung gewonnen werden.

Förderung

  • 2018 betrug das Volumen an Bundesfinanzhilfen 703.000 Euro.
  • Die Gesamtkosten der Maßnahmen belaufen sich auf ca. 18,7 Millionen Euro.
  • Der geplante Umsetzungszeitraum beträgt 10 Jahre.

Wachstum und Nachhaltige Erneuerung

FÖRDERPROGRAMM

300 Hektar

FÖRDERGEBIET

18,7 Millionen Euro

GESAMTKOSTEN

2017-2027

REALISIERUNGSZEITRAUM

Mehr zum Thema

Auf der Webseite der Städtebauförderung finden Sie weitere Informationen zum Projekt und zum Programm.